Haartransplantation
So unterschiedlich Schönheitsideale auch sind - dichtes glänzendes Haar gilt in allen Kulturen als erstrebenswert, weil es als Symbol für Gesundheit und Jugend steht.
Schon die alten Ägypter empfanden es als Katastrophe, sobald das Haar immer lichter wurde. Viele Mixturen wurden im Laufe der Jahrhunderte entwickelt, um die Haare wieder sprießen zu lassen. Halfen diese nicht, griff man auf kunstvolle Perücken zurück.
Auch in unserer Gesellschaft, in der jugendliches Aussehen eine so große Rolle spielt, gilt dichtes und gesundes Haar als großer Pluspunkt. Obwohl in den westlichen Ländern etwa jeder zweite Mann von Haarausfall betroffen ist, leiden gerade junge Männer massiv, wenn ihr Haar schütter wird oder gar auffällige Kahlstellen entstehen. Sie fühlen sich unsicher und unattraktiv, müssen üble Scherze Gleichaltriger über sich ergehen lassen und werden oft für älter gehalten, als sie tatsächlich sind.
Haarausfall kann unterschiedliche Ursachen haben, z. B. verschiedene dermatologische und internistische Erkrankungen. Viele Medikamente können als Nebenwirkung Haarausfall verursachen. Zum Glück wachsen nach Absetzen des Medikamentes die Haare meist wieder nach.
Die häufigste Form des Haarausfalls ist die sogenannte androgenetische Alopezie, der Haarausfall vom männlichen Typ. Betroffen sind insbesondere Männer, aber auch Frauen können darunter leiden.
Die Ursache hierfür liegt nicht in einer Krankheit begründet, sondern ist veranlagt durch Gene und das Wirken männlicher Hormone. Die androgenetische Alopezie kann ganz unterschiedlich ausgeprägt sein.
Die ersten Warnzeichen sind oft eine zurückweichende Haargrenze oder sogenannte Geheimratsecken. Dann wird das Haar am Oberkopf schütter, bis sich schließlich eine Glatze entwickelt. Das Endstadium der androgenetischen Alopezie ist schließlich ein Haarkranz, der am Hinterkopf stehen bleibt.
Eine Schlüsselrolle bei der androgenetischen Alopezie spielt das Hormon Dihydrotestosteron, das unter Einfluss eines bestimmten Enzyms aus dem männlichen Sexualhormon Testosteron gebildet wird. Dihydrotestosteron führt dazu, dass die Haare an ganz bestimmten Stellen wie Stirn, Schläfen, Scheitelbereich immer dünner, heller und kürzer werden und letztendlich ausfallen.
Jedoch kann Dihydrotestosteron seine negative Wirkung nicht auf alle Haarfollikel ausüben. Die Haare am Hinterkopf (Haarkranz), sowie Barthaare und Körperhaare sind gegen das Hormon resistent. Dies erklärt auch, warum Haare, die man aus dem Hinterkopf entnimmt und auf kahle Stellen transplantiert, später nicht mehr ausfallen. Sie wachsen lebenslang ganz normal weiter und produzieren auch gesundes Haar, das ganz normal gewaschen, gefönt, gefärbt oder dauergewellt werden kann.
Übrigens, dass Männer mit Glatze besonders gute Liebhaber sind, ist ein Ammenmärchen. Sie weisen keinen erhöhten Sexualhormonspiegel im Blut auf, sondern haben lediglich besonders androgenempfindliche Haarfollikel.
Ein Haarteil oder eine Perücke ist sicher die schnellste Möglichkeit, Haarausfall zu verbergen. Allerdings sieht es selten natürlich aus und wird deshalb von vielen Männern abgelehnt.
Die meisten Haarwasser, Shampoos und andere Präparate, die gegen Haarausfall angeboten werden, zeigen - wenn überhaupt - nur geringe Erfolge. Das vielversprechendste Medikament ist das Finasterid, das die Entstehung des für das Haarfollikel ungünstigen Hormons Dihydrotestosteron unterbindet. Setzt man das relativ teure und unter Umständen nebenwirkungsreiche Medikament ab, fallen die Haare jedoch wieder aus. Für Menschen, die weder eine Perücke tragen noch jahrelang Tabletten schlucken möchten, kommt eine Eigenhaartransplantation in Frage. Sie ist die geschickte Umverteilung gesunder Haarwurzeln auf kahle Stellen.
Ein solcher Eingriff führt zu einem natürlichen Aussehen, ist im Gegensatz zur Perücke bei körperlichen Aktivitäten nicht hinderlich und löst das Problem dauerhaft. Besondere Verhaltensmaßnahmen sind nicht erforderlich.
Technik der Eigenhaartransplantation:
An dem renommierten Bodenseezentrum für Haartransplantation wird von erfahrenen Spezialisten unter der Leitung von Herrn Dr. Neidel die Eigenhaartransplantation in einem standardisierten Verfahren durchgeführt. Dabei sind die neuesten wissenschaftlichen Aspekte in die tägliche Arbeit integriert und eine ständige Qualitätskontrolle wird garantiert.
Die Hauttransplantation wird in örtlicher Betäubung durchgeführt, ist daher absolut schmerzfrei und dauert je nach Behandlungsumfang 2-4 Stunden. Für die Haartransplantation entnimmt der Operateur einen Haarstreifen aus dem dichten Haarkranz am Hinterkopf. Diese Entnahmestelle wird präzise und fein vernäht und ist unmittelbar danach durch das darüber fallende Deckhaar nicht mehr sichtbar.
Auf diesem Spenderhautlappen befinden sich mehrere Tausend Haarfollikel. Das Spenderareal wird nun in sorgfältiger Feinarbeit in kleinste Transplantate zerlegt. Sogenannte Microtransplantate (micrografts) enthalten nur 1-2 Haarfollikel. Minitransplantate (minigrafts ) enthalten 3-4 Haarfollikel.
Während mehrere Assistenten die winzigen Transplantate präparieren, bereitet der Chirurg die Empfangsstelle vor. Die entstandene Mischung aus mini- und micrografts wird nun in das Empfängerareal implantiert. Dazu bedient sich der Operateur entweder der Schlitz- oder der Lochtechnik. Zur Unterstützung kommt dafür auch der Erbium-Yag oder der CO²-Laser zur Anwendung.
In der Empfängerstelle wachsen die Haarfollikel innerhalb weniger Tage an und produzieren nach 3 Monaten kontinuierlich neues Haar. Eine Transplantatzahl zwischen 400 und 1500 sichert, je nach Größe des zu behandelnden Areals, eine ausreichende Transplantationsdichte pro Flächeneinheit und damit eine sehr gute optische Wirkung. Auch auf Narbengewebe wachsen Eigenhaarfollikel an. Durch die moderne OP-Technik ist kein Verband erforderlich. Sichtbare Narben verbleiben nicht.
Was kostet eine Haartransplantation?Der Kopf wird in Zonen eingeteilt (z.B. Geheimratsecken). Jede Zone kostet z. Z. 2.500.- EUR inkl. MWSt. Der behandelnde Arzt legt während des Beratungsgespräches diese Zonen genau fest.
Die Kosten liegen je nach Behandlungsumfang zwischen 5.000,- und 7.500,- EUR (2-3 -Zonen) und werden in der Regel von den Krankenkassen nicht übernommen.
Nachher
Was ist vor einer Haartransplantation zu beachten?- Haare möglichst lang wachsen lassen und nicht schneiden, damit die Entnahmestelle gut durch Resthaar überdeckt werden kann und unsichtbar bleibt
- keine Acetylsalicylsäurepräparate. z. B. Spalt, Minisal, Cardio-Protect einnehmen, da das Blut dadurch verdünnt wird und Nachblutungen auftreten können
- andere Tabletten wie gewohnt einnehmen, nicht nüchtern erscheinen, sondern normales Frühstück einnehmen, da die Behandlung in örtlicher Betäubung erfolgt
- nicht selbst mit dem Auto fahren, da, rein rechtlich gesehen, nach der Behandlung Fahruntüchtigkeit besteht
- eventuell locker sitzende leichte Kopfbedeckung (Baseball Cap) mitbringen und nach der OP aufsetzen
Was ist nach der Behandlung zu beachten?Es gelten nach Haartransplantationen allgemein die gleichen Kriterien bei wie den anderen Operationen im Gesichtsbereich.
Die Haare können ab dem 3. Tag nach der Behandlung mit einem milden Schampoo, z.B. Hair Cleansing Cream von Redken, gewaschen werden. Die Haarwäsche kann dann täglich wiederholt werden. Vor dem Haare waschen kann z. B. Bepanthol-Lotio (eine Wund- und Heilsalbe) aufgetragen werden. Nach ca. 6 Wochen kann das Wachstum durch Vivagen Ampullenkur zusätzlich angeregt werden.
Es bilden sich im Transplantationsgebiet kleine Krusten, die sich nach 4 bis 14 Tagen wieder von selbst lösen. Durch regelmäßige Wäsche lösen sich die Krusten schneller. Meist sind die Patienten zu vorsichtig bei der Haarwäsche, aus Angst die Transplantate könnten wieder ausfallen (diese sind jedoch noch 3 Tagen sicher und fest verankert, vorausgesetzt man stößt sich nicht).
Verzögerte Ablösung der Krusten ist eher ungünstig, weil die Haut nicht atmen kann. Man sollte deshalb die Haarwäsche so gestalten, dass sich spätestens nach 14 Tagen alle Krusten beim Waschen von selbst gelöst haben.
Grobe Manipulationen, besonders in der ersten Woche, sind zu vermeiden (Nachblutungsgefahr). Falls doch einmal punktuelle Nachblutungen auftreten, einfach die Haarwäsche beenden und Haare trocken fönen (keine Gefahr für Transplantate), aus hygienischen Gründen werden Latexhandschuhe für die Haarwäsche empfohlen.
- Sport nach einer Woche erlaubt, Kraftsportarten und Leistungstraining nach 2 Wochen
- Helm (z.B. Motorrad) kann ab der 2. Woche getragen werden, Druckpunkte sind jedoch zu vermeiden
- Saunabesuch ist ab der 3. Woche möglich
- direkte Sonneneinwirkung für 10-20 Minuten pro Tag ist möglich, fördert sogar den Heilungsverlauf; die Restzeit in der Sonne sollte mit Mütze verbracht werden
- Meerwasser (Baden allgemein) ist gut für den Heilungsverlauf, da sich die Krusten schneller und besser lösen, d.h. auch ein möglicher Urlaub kann 2-3 Tage nach der Behandlung angetreten werden
- Spuren der Behandlung (Krusten) sind bei Kahlflächen nach 10-14 Tagen nicht mehr sichtbar; bei vorhandenem Resthaar lassen sich die Spuren überdecken
- Toupetträger können das Toupet ab dem 2. Tag aufsetzen, Achtung ! Im behandelten Gebiet sollte kein Kleber oder Druckpunkt sein, Toupet so oft wie möglich, vor allem nachts abnehmen, damit die Haut atmen kann. Unter dem Toupet ist eine verlängerte Hautrötung durch Wärmestau möglich. Das Haarwachstum wird jedoch nicht beeinflusst. Bei längerem Weitertragen des Toupets werden die Haare wieder geschwächt.
- eventuell auftretende Schwellungen nach 2 Tagen im Stirn- und Augenbereich sind normal und beeinträchtigen das Haarwachstum nicht!
Durch Veranlagung und durch das Wirken von männlichen Hormonen kommt es bei ca. 50 % der männlichen Bevölkerung Europas früher oder später zur Schädigung bestimmter Haarwurzeln und somit zum typisch männlichen Haarausfall. Für das männliche Hormon sind einige Haarwurzeln, wie z.B. Barthaare, Körperhaare oder Haare aus dem Hinterkopfbereich nicht empfindlich. Diese Haare fallen niemals aus. Dieses Wissen nutzt man bei der Haarwurzeltransplantation.
Die Haarwurzeltransplantation ist eine Umverteilung gesunder, gegen männliches Hormon unempfindlicher Haarwurzeln aus dem Haarkranzbereich in unbehaarte Bereiche. Verpflanzte Haarwurzeln fallen deshalb bei richtiger Operationstechnik niemals wieder aus.
Die Haarwurzeltransplantation dauert 2-4 Stunden, wird in örtlicher Betäubung durchgeführt und ist schmerzarm.
Am Haarkranz wird ein schmaler Hautstreifen zur Präparation der Haarwurzeln entnommen. Die Entnahmestelle wird fein vernäht, so dass hierbei später eine kaum sichtbare und durch das Deckhaar überdeckte Narbe resultiert.
Anschließend werden, ebenso unter örtlicher Betäubung, die Kleintransplantate in kleinste Hautöffnungen (slit- oder holes-Technik) eingesetzt.
Ein Verband ist nicht erforderlich.
Es werden sich im Implantationsgebiet kleine Krusten bilden, die sich nach 4-14 Tagen selbst wieder lösen.
Nach 3 Tagen darf das Haar bereits wieder selbst gewaschen werden.
Wieder voll gesellschaftsfähig ist man, je nach Ausdehnung der Kahlfläche, Resthaarsituation und Heilverfahren der Haut nach ca. 7-14 Tagen. Leichte Arbeiten kann man bereits am nächsten Tag wieder verrichten.